Wie Sie zukunftssichere UHD-TVs erkennen

Wenn man sich heute für den Kauf eines UHD-Fernsehers entscheidet, möchte man natürlich kein Gerät erwerben, das bereits morgen schon so veraltet ist, dass kommende Standards gar nicht mehr unterstützt werden und man buchstäblich in die Röhre guckt. Das ist durchaus eine Herausforderung, denn es lauern einige Fallen, vor allem was die Ausstattung der HDMI-Eingänge betrifft und was diese für Standards unterstützen sollten. 

Mit HDMI 2.0 wurde bereits 2013 eine neue Spezifikation des Standards verabschiedet, an die sich die TV-Hersteller in Zukunft bei UHD-Geräten halten sollten - die genaue HDMI 2.0 Spezifikation finden Sie, wenn Sie auf diesen Link hier klicken. Ebenfalls erneuert wurde der HDCP-Kopierschutz, der nun in der Version 2.2 vorliegt und wohl zunächst nur bei den kommenden UHD Blu-ray Filmen zum Einsatz kommen wird. Ebenfalls sehr wichtig, dass der UHD-TV den neuen H.265/HEVC Codec unterstützt. Die verbauten Tuner sollten zudem die UHD-Auflösung mit 50 und 60Hz verarbeiten können - das wären die wichtigsten Eckdaten, die ein UHD-TV erfüllen sollte. Eine Erklärung zu HDCP 2.2 finden Sie unter diesem Link und über den H.265/HEVC Codec unter nachfolgendem Link.



Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale im Detail

Fast alle UHD-Fernseher, die 2013 verkauft wurden, also quasi alle die Modelle, die 2013 erschienen sind, können eigentlich schon heute als veraltet deklariert werden, denn die meisten dieser Modelle unterstützen weder HDMI 2.0 noch HDCP 2.2, H.265/HEVC ist den Geräten ebenfalls meist ein Fremdwort. Bei manchen TVs, wie zum Beispiel von Samsung, siehe nachfolgendes Bild, die an ihren Geräten eine sogenannte One-Connect-Schnittstelle verbaut haben, können jedoch unter Umständen auch künftige TV-, Codec oder HDMI-Standards nachgerüstet werden. Sollten Sie also bereits ein UHD-Gerät aus dem Jahr 2013 besitzen, das keines der zuvor genannten Standards unterstützt, empfehlen wir, trotzdem mal den Hersteller zu kontaktieren, evtl. gibt es ja für ihr Gerät ein Update.

Die meisten der 2014er Ultra HD-Modelle hingegen sind bereits heute mit HDCP 2.2 und HDMI 2.0 kompatiblen HDMI-Eingängen ausgestattet und so auch zu den zukünftigen echten UHD/4K Blu-ray Playern kompatibel, wenn diese Ende 2015, wie von den Herstellern angekündigt, dann evtl. erscheinen. Im Übrigen reden wir hier nicht von den derzeit kaufbaren normalen Full-HD Blu-ray Playern, die alle keine echten 4K-Player sind, auch wenn sie manchmal so beworben werden, weil sie das 1080p Full-HD Bild von einer Blu-ray hochskalieren können. Zu den kommenden echten Ultra HD Blu-ray Filmen sind diese Player ebenfalls nicht kompatibel, da die Ultra HD-Filme in Zukunft auf 66 GB (Dual Layer) oder 100 GB (Triple Layer) Medien gespeichert werden. Ob sich die neue Blu-ray Player Generation und Ultra HD Blu-ray Filme überhaupt als Medium noch werden durchsetzen können, das ist derzeit ebenfalls noch mehr als fraglich, geht doch schon der Verkauf von normalen Blu-ray Filmen stark zurück, das aber nur am Rande erwähnt – nun zurück zu den UHD-TVs.

Ist am Fernseher also zumindest ein HDMI-Eingang mit HDCP 2.2 gekennzeichnet, wird dieser TV über diesen Eingang in Zukunft also auch ohne Probleme Signale aus den neuen UHD/4K Blu-ray Playern verarbeiten können. Im Übrigen auch dann, wenn dieser HDMI-Eingang nur 8 Bit und eine Farbunterabtastung von YCbCr 4:2:0 unterstützt! Denn die kommenden UHD/4K Blu-ray Player werden die UHD-Bildausgabe ebenfalls mit 8 Bit unterstützen, auch wenn die Ultra HD Blu-ray Filme mit 10 Bit auf den neuen größeren Blu-ray Medien gespeichert sein werden – abwärtskompatibel zu Full-HD TVs werden sie ebenfalls sein. Eine Erklärung bzw. was der Fachbegriff "Farbunterabtastung" bedeutet, finden Sie hier bei uns, wenn Sie auf diesen Link klicken

Eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten bei 24 Hz bis hoch zu 60 Hz, 8 Bit mit YCbCr 4:2:0 Farbunterabtastung und HDCP 2.2 ist also die unterste Mindestanforderung, die ein HDMI-Eingang an einem UHD-TV verarbeiten können muss, damit dieser als relativ Zukunftssicher bezeichnet werden kann. Auch braucht man sich keine großen Sorgen um die Bildqualität zu machen, wenn der HDMI-Eingang nur 8 Bit anstatt 10 Bit unterstützt, einen Unterschied im Bild zwischen 8 und 10 Bit sehen selbst bei UHD-Auflösung nur die wenigsten. Auf einer derzeitigen Blu-ray zum Beispiel ist der Film auch nur mit 8 Bit bei einer Farbunterabtastung von YCbCr 4:2:0 gespeichert, wofür sogar noch der uralte HMDI 1.0 Standard zum übertragen reichen würde!

Im nachfolgenden Bild sehen Sie die Rückansicht eines aktuellen 2014er LG UHD-TVs. Was welcher HDMI-Eingang für Eingangssignale unterstützt, wird am jeweiligen Eingang beschrieben. Leider machen das nicht alle Hersteller so, oft steht auch nur einfach „HDMI 1“ oder ähnlich, bei der Bezeichnung der HDMI-Eingänge.

Ebenfalls finden Sie in den Einstellmenüs der neuen UHD-TVs einen Punkt, der mit „UHD Deep Color“ oder ähnlich bezeichnet wird, siehe die beiden nachfolgend Bilder von Samsung und LG. Bitte beachten Sie: Nur an den 10 Bit fähigen HDMI-Eingängen wird „UHD Deep Color“ unterstützt, was man im Menü des Fernsehers wahlweise an- und ausschalten kann. Bitte verwechseln Sie „UHD Deep Color“ aber nicht mit „Deep Color (x.v. Color)“ für Full-HD, also zum Beispiel das Deep Color, das man an manchen derzeitigen Blu-ray Playern aktivieren kann, dieses ältere Deep Color wird an allen HDMI-Eingängen der UHD-TVs unterstützt, weil es noch zu den älteren Full-HD HDMI-Standard 1.4/a bzw. 1.3 gehört.

Erweiterte Information: Was bedeutet Deep Color überhaupt? 

Zunächst müssen alle miteinander verbundenen Geräte in der gesamten Kette "Deep Color" über HDMI unterstützen, also zum Beispiel auch der A/V-Receiver. Im Gegensatz zu RGB bzw. YCbCr, bei denen 8 Bit (256 Abstufungen) pro Farbe genutzt werden, können, wenn Deep Color aktiviert ist, 10 Bit (1024 Abstufungen), 12 Bit (4096 Abstufungen) oder 16 Bit (65536 Abstufungen) genutzt werden, um Farben in höherer Auflösung zu erzeugen. "x.v.Color” hingeggen ist eine Marke von Sony, eine Erklärung finden Sie unter diesem Link. Für "UHD Deep Color" zählt im Grunde aber das Gleiche wie schon bei Deep Color für Full-HD, allerdings wurde Ultra HD auch nach neuen Normen spezifiziert, ITU Rec.2020 und 1886 (Gamma), wo vorgeschrieben ist, dass Ultra HD Filmmaterial als unterstes Limit immer mit 10 Bit erstellt werden muss. Erweiterte Informationen über die Normen finden Sie hier bei uns auf dieser Seite.   



Die eingebauten Tuner/Empfänger, was müssen diese können?

Wichtig sind zudem noch die im TV verbauten Empfangstuner für die eingehenden Sat- oder Kabelsignale. Fehlt dem Gerät die Fähigkeit, 50Hz und 60Hz H.265/HEVC codierte Signale über die eingebauten Sat- und Kabelempfänger zu verarbeiten, bei einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten, ist der TV nicht zukunftssicher! Der Astra UHD-Demokanal, und auch zukünftige UHD-Kanäle, können mit einem solchen UHD TV-Gerät also nicht empfangen werden, das Bild bleibt dunkel und es ist nur der Ton zu hören – die Tuner müssen also zwingend 50Hz/60Hz unterstützen und zudem muss der UHD-TV mit dem H.265/HEVC Codec ausgestattet sein. Wenn der TV schon jetzt den zukünftigen HD-fähigen DVB-T2 Standard unterstützt wäre das zwar schön, zwingend ist dieses Ausstattungsmerkmal zum derzeitigen Zeitpunkt aber nicht.

Sender, die ihr Programm bereits heute in Ultra HD-Auflösung ausstrahlen (Stand: Januar 2015), die gibt es bis auf den "Astra Ultra HD Demokanal" leider noch keine. Panasonic ist mit ihrer aktuellen AXW UHD-Serie zumindest für die Zukunft bestens gerüstet, bietet Panasonic doch bei allen ihren Ultra HD-TV’s eine extra UHD-TV Kategorie an, wo alle UHD-Kanäle automatisch aufgelistet werden.

Mehr Infos und die Empfangsparameter zum "Astra Ultra HD Demokanal" finden Sie hier.


Bitte beachten:
Manche TV-Hersteller reichen auch durch spätere Updates zunächst fehlende Ausstattungsmerkmale nach, überprüfen Sie daher regelmäßig, ob für ihren TV evtl. ein Softwareupdate zur Verfügung steht. 

Achtung Falle: Viele kleinere UHD-Einstigesmodelle besitzen nur Tuner, die bis zu 30Hz verarbeiten können, mit diesen Geräten kann zum Beispiel der Astra UHD-Demokanal nicht empfangen werden.

Um Filme auch in UHD-Auflösung streamen zu können, wie im nachfolgenden Bild über den Streamingdienst „WuakiTV“, muss der UHD-TV den H.265/HEVC Codec auch über die App des jeweiligen Streaminganbieters unterstützen. Dies ist aber meist sowieso immer dann der Fall, wenn der UHD-TV mit den dementsprechenden SmartTV-Eigenschaften ausgestattet ist.

Beachten Sie bitte zusätzlich, die verschiedenen TV-Hersteller unterstützen nicht immer auch alle Streaming-Anbieter. So muss, wie beim nachfolgenden Bild ein Sony KD-65X9005B, die Netflix-App, je nach Softwarestand des TV bei Auslieferung, unter Umständen nach dem Kauf erst nachinstalliert werden, bevor man den Dienst nutzen kann. Fragen Sie daher bitte vor dem Kauf genau nach, ob ihr favorisierter Streaming-Anbieter auch über die SmartTV-Oberfläche angeboten wird.


Checkliste für den Kauf: Was muss ein UHD-TV können, damit er zukunftssicher ist:

1. Das Gerät muss als unterste Mindestausstattung über mindestens einen HDMI-Eingang verfügen, der den Kopierschutz HDCP 2.2 bei 8 Bit, mit Farbunterabtastung YCbCr 4:2:0, bei 50 und 60Hz verarbeiten kann, um für zukünftige UHD/4K Blu-ray Player gerüstet zu sein.

2. Zusätzlich sollte das Gerät über mindestens einen HDMI-Eingang verfügen, der die UHD-Auflösung bei 10 Bit / Deep Color mit einer Farbunterabtastung von YCbCr 4:2:0 bis hoch zu YCbCr 4:4:4 bei 50/60Hz verarbeiten kann.

3. Der TV muss über einen eingebauten Sat-/Kabelempfänger verfügen, der auch 50/60Hz H.265/HEVC codierte Sat- oder Kabelsignale verarbeiten kann, um zukünftige UHD-Sender empfangen zu können.

4. Um zum Beispiel UHD-Filme über Netflix, WuakiTV und Co. streamen zu können, muss der H.265/HEVC Codec auch über die App des jeweiligen Streaminganbieters unterstützt werden. HDCP 2.2 sollte zudem auch beim Streamen greifen, was aber bei allen UHD-TVs der Fall sein sollte, die das Streamen mit H.265/HEVC unterstützen.

5. Optional sollte das Abspielen H.265/HEVC codierten UHD und auch Full-HD Files über den USB-Anschluss möglich sein.

6. JPEG-Bilder oder Fotos im Allgemeinen sollten auch in nativer UHD-Auflösung dargestellt werden, ohne das Ränder beschnitten werden.

7. Quasi als letzte Empfehlung, aber nicht zwingend notwendig, sollte auch über DLNA oder Samba, also gestreamt über das Netzwerk zuhause, H.265/HEVC codierte UHD-Files abgespielt werden können.

Wir empfehlen Ihnen diese Checklist auszudrucken und ihrem Verkäufer vorzulegen bzw. ihn drauf hinzuweisen, dass der UHD-TV die zuvor aufgezählten Ausstattungsmerkmale nach Möglichkeit alle unterstützen soll.


Hinweis:
Die absolute Zukunftssicherheit wäre aber erst dann gegeben, wenn der UHD-TV über zumindest einen HDMI-Eingang verfügt, der alle zuvor genannten Eingangseigenschaften an nur einem einzelnen HDMI-Eingang in sich vereint, also HDCP 2.2 bei 10/12 Bit/Deep Color mit 50/60Hz bis hoch zur Verarbeitung von Signalen mit einer Farbunterabtastung bis YCbCr 4:4:4 – dies wäre der zukunftssicherste HDMI-Eingang, egal ob er nun mit HDMI 2.0 bezeichnet wird oder nicht.

Bitte beachten Sie ebenfalls: Bei den meisten Firmen, wie wir in Stichproben feststellen konnten, wird auf den jeweiligen Internetseiten des jeweiligen UHD-TVs HDMI 2.0 bzw. die HDMI-Version entweder gar nicht beschrieben oder nur wage umschrieben, ohne sich genau festzulegen. Daher unser Tipp, laden sie sich von dem Gerät, das Sie interessiert, vor dem Kauf die jeweilige Bedienungsanleitung im Supportbereich des Herstellers herunter, in dieser wird in den meisten Fällen beschrieben, was die einzelnen HDMI-Eingänge für Standards verarbeiten können. Siehe die beiden nachfolgenden Bilder, die aus der Bedienungsanleitung eines aktuellen LG-UHD Modells stammen. Hier wird eindeutig beschrieben, was das Gerät, an welchem HDMI-Eingang unterstützt.

Abschließend möchten wir noch bemerken; derzeit können wir nur zum Kauf von UHD-TVs von Markenherstellern raten, die zumindest ab den 2014er/2015er Modellen Zukunftssicherheit bieten. Bei Geräten der sogenannten Billighersteller, die derzeit einfach auf der UHD-Welle mit schwimmen und wo die Geräte oft nur eine höhere Auflösung bieten, müssen Sie jedoch ganz genau hinschauen, was die Ausstattung betrifft. Manchmal unterscheidet sich die Ausstattung sogar bei identischer Gerätebezeichnung, wenn zum Beispiel im Laufer der Zeit, also quasi in der laufenden Produktion, technische Änderungen einfließen! Das gilt im Übrigen für alle Hersteller, egal ob günstig oder teuer.        


Um aus ihrem neuen oder zukünftigen UHD-TV auch das beste Bild raus zu holen, empfehlen wir Ihnen abschließend, sich unsere aktuellen und sehr beliebten UHD-Testbilder anzuschauen, die Sie hier bei uns im Shop günstig erwerben können. So gut wie alle Kunden, die unsere UHD-Testbilder einsetzen sind begeistert, wie sie das Bild ihres Ultra HD-Fernsehers mit Hilfe unserer Testbilder visuell deutlich sichtbar verbessern konnten. So freuen wir uns immer sehr, wenn wir über uns unabhängige positive Meinungen lesen können, wie zum Beispiel an dieser Stelle im Hifi-Forum ab Beitrag Nummer #1102 (zweiter Beitrag von oben), wo sich Kunden äußerst zufrieden über unsere Produkte äußern.

Die Burosch Referenz Test- und Realbilder zum Download im brandneuen Ultra HD-Format“ beinhalten 14 Testbilder, siehe Bild oben. Hinweis: Auf Blu-ray stehen unsere UHD-Testbilder aber leider noch nicht zur Verfügung, da es bis dato noch keine echten 4K UHD Blu-ray Player gibt - mit ersten Playern wird Ende 2015 gerechnet - Link zum Shop


Link: Amazon startet UltraHD Streaming

Link: Unsere allgemeine TV Kaufberatung

Link: Die digitale TV Baustelle


Abbildungen: Sony, Panasonic, Samsung, LG
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