Gamma

Die Gammakorrektur ist eine hauptsächlich im Bereich der Bildverarbeitung oft verwendete Korrekturfunktion zur Überführung einer linear wachsenden Größe in eine der menschlichen Wahrnehmung angepasste logarithmische Größe. Tatsächlich nimmt der Mensch in dunklen Bildbereichen Helligkeitsunterschiede stärker war als in hellen Bildbereichen. Wenn die Helligkeit eines linear arbeitenden Anzeigegerätes, wie etwa eines Computermonitors oder TV-Gerätes, linear wahrgenommen werden soll, so muss das Bildsignal vor der Anzeige mittels der Gammakorrektur angepasst werden. Ein typischer Gamma-Wert ist dabei 2,2.

Gammakorrektur

Die Abbildung demonstriert die Gammakorrektur auf einem herkömlichen TV Gerät. Ohne Gammakorrektur (y=1, oben) zeigt sich ein zwar kontrastreiches, aber auch unnatürlich wirkendes Bild. Erst durch die Gammakorrektur mit dem Faktor 2,2 (unten) zeigt sich ein originalgetreu wahrnehmbares Bild.

Die Gammakorrektur wird durch diese Formel vorgenommen:

Gamma Formel

Iin entspricht dabei der relativen Intensität des jeweiligen Farbwerts auf einer Skala von 0 bis 1. Iout ist der gamma-korrigierte Farbwert ebenfalls auf einer Skala von 0 bis 1. Die dunkelsten und hellstmöglichen Farbwerte bleiben auch nach der Gammakorrektur erhalten, verändert werden jedoch die Übergänge von Zwischenwerten. Die konkreten Auswirkungen einer solchen Gammakorrektur auf Zwischenwerte zund Farbübergänge können Sie der unten dargestellten Grafi entnehmen.

Gammakorrektur

Der typische Gammakorrektur-Wert eines PC-Monitors oder eines digitalen TV-Gerätes liegt bei 2.2. Typischerweise kann dieser Wert auch über die Konfiguration des jeweiligen Bildschirms oder auch innerhalb des Betriebssystems verändert werden, eine Änderung ist jedoch nicht empfehlenswert. Auch fotographische Labore, welche Bildschirme testen, arbeiten mit einem Gammakorrektur-Wert von 2.2. Die entsprechende Belichtung eines für gut befundenen Bildes am Monitor ist daher nur bei einem Gammakorrektur-Wert von 2.2 garantiert.

Unter Mac OS galt für den Standard-Gammakorrektur-Wert von 2.2 bis vor kurzem noch eine Ausnahme. Mac OS verwendete bis vor kurzem einen Gammakorrektur-Wert von 1.8. Dieser Wert war für einen Workflow ohne Farbmanagement gedacht. Der Gammakorrektur-Wert 1.8 führte dazu, dass die Darstellung auf dem Bildschirm besser der Tonwertreproduktion von Schwarzweißdruckern entsprach. Seit Mac OS X 10.6 (Snow Leopard) liegt der Standard-Gammakorrektur-Wert auch unter Mac OS bei 2.2.

Gammakorrektur

Mit einer einfachen Testgrafik (siehe Abbildung oben) können Sie den Gammawert Ihres eigenen Monitors bestimmen. Gehen Sie dabei vor wie folgt:

  1. Lehnen Sie sich zurück und kneifen Sie Ihre Augen etwas zusammen.
  2. Bestimmen Sie nun, welches der geziegten Quadrate gegen den gestreiften Hintergrund zu verschwinden scheint bzw. welches Quadrat den gleichen Farbwert wie sein Hintergrund zu besitzen scheint.
  3. Die Zahl in diesem Quadrat zeigt den eingestellten Gamma-Wert Ihres Monitors

Zu beachten ist dabei, dass der Test nicht funktioniert, wenn Sie in dem Bild Moire-Effekte in Form horizontaler und paralleler Interferenzmuster sehen. Auch bei stark Blickwinkel-abhängigen Bildschirmen, wie sie etwa häufig auf handelsüblichen Laptops zufinden sind, könnte das Ergebnis des Tests ungenau sein.