Offener Leserbrief an die Stiftung Warentest

 

Sehr geehrte Stiftung Warentest !

Bereits auf unsere Mail vom 27. Juli 2013 haben Sie auf unseren Leserbrief bzw. unsere Kritik nur sehr ausweichend reagiert. Deshalb jetzt unser offener Leserbrief an die Stiftung Warentest. Uns interessiert nicht, warum manche TV-Geräte ein bestimmtes Preis- Leistungsverhältnis haben, sondern wie die Stiftung Warentest diese Geräte testet und wie dadurch das Testurteil zustande kommt. Als namhaftes Testinstitut trägt die Stiftung Warentest ja eine große Verantwortung, welche TVs gestestet werden, besonders wie diese getestet werden und welche Information ergänzend dem Leser angeboten werden. Unsere Kritik möchten wir hier detailliert in den folgenden 3 Punkten begründen.

Bitte lesen Sie hier unsere Mail vom 27. Juli 2013 an Frau Jenny Braune / Diplomphysikerin / Leiterin der TV Tests der Stiftung Warentest (StiWa)

1. TV Test in der Ausgabe 8/2013 - Gold für Samsung
Hier wird ein Sony HDready TV (1366 x 768 Px.) mit einem Samsung FullHD Displays (1920 x 1080 Px.) in der Bildqualität verglichen und auch andere doppelt so teure Geräte in der gleichen Testkategorie. Dass dann der 400 Euro Sony TV wesentlich schlechter abschneidet, als der 800 Euro Samsung TV ist doch wirklich nicht verwunderlich. Aber warum wird hier ein älteres niedrig auflösendes Display getestet, im Vergleich zu einem relativ neueren hochauflösenden FullHD Display? Die wesentlich schlechtere HDready Bildqualität ist doch klar.

2. TV Test in der Ausgabe 12/2013 - Nicht nur Größe zählt 
"Im insgesamt starken Testfeld liegen drei Samsung Geräte vorn." - "Auf den Panasonic Modellen verfärbte sich das Gesicht des Bundestrainers mitunter selbst dann etwas, wenn seine Mannschaft führt". (beide Zitate: Stiftung Warentest)

Diese überzogene unqualifizierte Beschreibung der Panasonic Bildqualität entspricht nicht der Realität.

Werden hier oberflächige TV Massentests gleichzeitig für viele Länder durchgezogen - nur unter Berücksichtigung der internen Kosten der StiWa - ohne redaktioneller und technischer Qualität?

 

Die Beauftragung an das Burosch TV Labor:
Das deutlich schlechte Testergebnis des Sony TV KDL-46W905A forderte zwangsläufig eine Kontrolle. Im offiziellen Auftrag der Industrie war es unsere Aufgabe die Bildbeurteilung für den Sony TV Test zu kontrollieren bzw. das negative Testergebnis nachzuvollziehen. Deshalb hat das Burosch TV Labor das negative Testergebnis der Stiftung Warentest des Sony TVs KDL-46W905A (SN. 6018053) aus dem Test 8/2013 nachgestellt.

Frage: Wie testet die StiWa eigentlich, wenn angeblich 7 StiWa Tester so ein falsches Testergebnis produzieren ??????

Link: So prüft das Burosch TV Testlabor

Das Fazit unserer Beauftragung: Das offensichtlich schlechte Testergebnis bzgl. der Bildqualität des Sony TVs ist absolut nicht nachzuvollziehen d.h. entweder wurden diese Messergebnisse von einer unerfahrenen Hilfskraft erstellt oder die Messwerte wurden so manipuliert, dass der Sony TV deutlich schlechter sein sollte. Wir begründen diesen harten Vorwurf damit, dass wir die internen Testergebnisse der Stiftung Warentest (Code IC13004-2001-00) nachgestellt haben und mit unseren eigenen Testergebnissen mehrmalig verglichen haben.
Im Klartext heißt das im Fall des Sony TVs: Die elementar wichtigen Bildeinstellwerte: Bildmodus, Farbtemperatur und Hintergrundlicht wurden im StiWa Test so unqualifiziert negativ verändert, dass es zwangsläufig zu dem schlechten Testergebnis kommen musste. (siehe vergleichend dazu die detaillierte Infos im Testbericht des Burosch TV Labors)

Link: Der Sony TV Testbericht aus dem Burosch TV Labor vom 8. August 2013 - Lesen Sie hier den Mess- und Vergleichsreport (Code IC13004-2001-00) der "Optimized Settings" der StiWa im direkten Vegleich zu den normgerechten Bildeinstellungen im Burosch TV Labor.

 

Kalibriert die Stiftung Warentest die zu prüfenden Displays oder wird nur ein Sichttest gemacht ?
Werden die TVs im Test der StiWa nur einem schnellen Sichttest mit einem 4:3 Testbild der Photoindustrie für die Druckvorstufe am Computer unterzogen (siehe die Empfehlung der StiWa zur TV Bildeinstellung für den Leser - Punkt 3) oder werden die TVs auch ergänzend korrekt sorgfältig kalibriert als Grundlage für die objektive Display-Bildbewertung für einen wirklich professionellen TV Test?
Wenn ja - warum präsentiert die StiWa diese Diagramme nicht, um Ihren Test nachzuvollziehen? Warum verheimlichen Sie die entsprechend Kalibrierungs-Diagramme für die RGB Balance, das Farbsegel nach CIE1931, der Farbtemperatur nach D65 und auch des Gammas mit den Erklärungen entsprechend der normgerechten Prüfung nach Rec.709? 
Darf der Leser diese sehr wichtigen Diagramme nicht sehen - oder machen Sie diesen Aufwand doch nicht? Auf Ihrer Homepage wäre dazu ja genügend Platz diese zu zeigen. Andere Testzeitschriften für vergleichende Warentests zeigen doch auch Ihre Professionalität durch die Offenlegung dieser Diagramme.

So arbeitet das Burosch TV Labor: Ein objektiver TV Bildtest für Displays im 16:9 Bildformat setzt sich immer aus einer visuellen Beurteilung mit 16:9 FullHD Referenz Testbildern und der messtechnischen Kalibrierung zusammen. Diese Diagramme, generiert durch hochwertige Lichtsensoren und der entsprechenden Software, sind doch die Voraussetzung, um die Toleranzen bzw. die Adaption des menschlichen Auges zu kontrollieren.

 

Warum gibt die Stiftung Warentest Ihre Fehler in dem Sony TV Test nicht zu und veröffentlicht die entsprechende Korrektur z.B. dann in der Ausgabe 12/2013 ?

Nachdem die Stiftung Warentest unseren ersten Leserbrief nicht veröffentlicht hat, beschreiten wir deshalb diesen Weg, um folgende Antworten zu erhalten:
 - Warum werden auf der StiWa Internet Seite nicht die detaillierten Messergebnisse (Diagramme) veröffentlicht - so dass auch technisch erfahrene Leser die Testergebnisse verfizieren können?
 - In welchem Testlabor werden die TV Tests durchgeführt?
 - Welches gesamtes Testgeräteumfeld bei diesen länderübergreifenden Tests?
 - Wird normgerecht z.B. nach Rec.709 geprüft?
 - Wie ist die Qualifikation der Tester?
 - Haben diese Experten die ISF Level 1 und 2 Schulung bestanden?
 - Wie sind die Testbedingungen?
 - Ist dieses Labor zertifiziert?
 - Sind die Messgeräte kalibriert?
 - Mit welchem Messequipment wird überhaupt getestet?

Da es bei unseren berechtigen Fragen absolut nichts zu verheimlichen gibt, wäre es doch ein Leichtes unsere Fragen zu beantworten. Gern würden wir dann hier die Antworten der Stiftung Warentest veröffentlichen - auch um von einer eventuellen Testkompetenz kollegial lernen zu können.

 

3. TV Bild Einstellen

Leider müssen wir auch hier nur den Kopf schütteln über folgenden Bericht datiert vom 14. März 2014 auf der Internet Seite der Stiftung Warentest:

http://www.test.de/Fernseher-im-Test-1629201-4298596/

Titel: So stellen Sie den Fernseher ein

Zitat StiWa: "Nur wenige Fernseher zeigen mit den Werks­einstel­lungen ein gutes Bild. In test 12/2013 sind es 6 von 19, im aktuellen Heft test-Spezial Fernseher 20 von 83. Bei etwa zwei von drei Geräten lässt sich das Bild aber meist mit einigen wenigen Einstel­lungen verbessern und dem eigenen Geschmack anpassen. Hier die konkrete Anleitung für Geräte von sechs Herstel­lern".

Bedingt durch diese Info über die eklatant schlechten TV Werkseinstellungen sollte doch dann der folgende Bericht aber absolut professionell sein.

Und dann kommt folgende Erklärung, wie man diese TV-Bildoptimierung machen sollte:
Zitat StiWa: "Frieren Sie ein Testbild ein oder nutzen Sie das Testbild der Photoindustrie"
Zitat Photoindustrie: "ihre digitalen Photos am Computer bearbeiten, zu einer gleichmäßigeren Bildqualität der Photo-Abzüge zu verhelfen" (durch die Anwendung dieses von der StiWa empfohlen Testbilds)

Falscher, oberflächlicher und kürzer geht es doch wirklich nicht mehr!

Ist diese unqualifizierte Vorgehensweise der TV Bildeinstellung der Grund für den fehlerhaften Testbericht über den Sony TV in der Ausgabe 8/2013 ?

Als visuelle Referenz nimmt die StiWa für Ihre TV Bildbeurteilung also ein Testbild der Photoindustrie im Bildformat 4:3 für die Bildbearbeitung am Computer bzw. für die Druckvorlage - statt einem richtigen TV Testbild im Bildformat 16:9 eben für 16:9 Fernseher. Sind dadurch die wirren Messergebnisse ("Optimized Settings" der StiWa im Vergleich zu den professionellen Kalibrierungsdiagrammen des Burosch TV Labors) zu erklären?

 

Die Infos der Stiftung Warentest dazu sind mehr als oberflächlich und fehlerhaft:
 - "Verschiedene Abstufungen einer Farbe sollten erkenn­bar sein"   Zitat StiWa
 - "Richtig einge­stellt sind Unterschiede zwischen verschiedenen Grau­stufen sicht­bar"  Zitat StiWa
 - "Helle Bereiche sollten nicht anfangen zu strahlen"  Zitat StiWa

Die Informationen müssten wesentlich präziser sein. Die sehr wichtigen Infos zum Einstellen des Bildformat und der Bildschärfe fehlen !

So oberflächlich, fehlerhaft und so extrem lückenhaft darf selbst ein Bericht für pure Laien nicht sein. Eine Steigerung dieser schlechten Beratung ist nicht mehr möglich. Bitte tragen Sie mehr Verantwortung.

Dann ergänzend in Ihren weiterführenden Infos zur TV Bildeinstellung von sechs TV Herstellern:
http://www.test.de/Fernseher-im-Test-1629201-4329037/
 - Ist der Stiftung Warentest das fundamentale Schulwissen nicht bekannt, dass man vor der Kontrasteinstellung zuerst die Helligkeit optimiert werden sollte - ergänzt durch eine Gegenkontrolle?
 - Schade, dass Sie auch hier die absolut wichtigste Einstellung des Bildformats bzw. Overscan so missachten
 - Die korrekte Einstellung des Hintergrundlichts für den Tag bzw. Nachtbetrieb spielt wohl auch keine so wichtige Rolle
 - Produktionstoleranzen z.B. die unterschiedliche Bestückung mit Displays der TVs darf man nicht vergessen
 - Das individuelle Raumlicht braucht man wohl auch nicht erwähnen
 - Die regelmäßigen Bildkontrollen sind wohl auch nicht so wichtig                    Oder?

Hier werden von der Stiftung Warentest verschiedene TVs aufgelistet mit angeblich richtigen Grundeinstellungen:
http://www.test.de/Fernseher-im-Test-1629201-tabelle/gutegrundeinstellungen/
Leider wird auch hier übersehen, dass die meisten neuen TVs "out of the box" mit der falschen Einstellung des Bildformats und einer überzogenen Bildschärfe ausgeliefert werden. Der starke Kostendruck der Industrie, der extreme Wettbewerb des Vertriebs, verschiedene Firmwareversionen der Software und genauso die Fertigungssteuungen der gesamten Elektronik im Neuzustand, wie auch während der Betriebsdauer, sind der zwingende Grund für eine individuelle und sorgfältige Bildoptimierung. Die notwendigen Infos dazu finden Sie hier: Burosch TV Bildoptimierung

So testet die Stiftung Warentest
http://www.test.de/Fernseher-im-Test-1629201-1629205/
 - Warum überprüfen diese fünf Experten nicht auch explizit die Bildqualität der FullHD Displays mit verschiedenem professionellem FullHD Bildmaterial über Blu-ray Player und mit Testbildgeneratoren, sondern nur über Antenne bzw. Satellit?
 - Welches Bildmaterial wird eingesetzt und wie wird dieses zugespielt?

Begründet durch diese eklatanten Fehler der Stiftung Warentest, hier in Ihrem Bericht zur TV Bildeinstellung, möchten wir die weitere Dunkelziffer wirklich nicht wissen. Selbstverständlich werden viele Geräte getestet - sicher sind viele absolut korrekt - aber solche gravierenden Fehler dürfen niemanden passieren. Ein positives Testergebnis bewirkt einen starken Verkaufsumsatz oder den unnötigen Verlust von vielen Arbeitsplätzen durch ein falsches Testergebnis. Aber mit dieser oberflächlichen Beratung ihrerseits ist doch wirklich niemand richtig gedient - eher das Gegenteil für den Leser.

Liebe StiWa vermeiden Sie bitte diese gravierenden Fehler und informieren Sie Ihre Leser wesentlich besser.

Wäre schön, wenn im eigentlich Sinn des Sachverhalts, in der beruflichen Verantwortung und auch im Interesse des Lesers diese offensichtlichen Fehler der Stiftung Warentest nicht mehr passieren würden bzw. die technischen Informationen auf diesem Fachgebiet qualifizierter wären.

Gern bieten wir Ihnen unsere technische Unterstützung an.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Burosch & Andreas Burosch & Steffen Burosch

Stuttgart, 15. März 2014

Bis heute hat die StiWa auf unsere Fragen nicht geantwortet.

 

Dieser offene Leserbrief ist ausdrücklich ohne Einflussnahme der Industrie bzw. Dritter geschrieben worden und spiegelt die Messergebniss des Burosch TV Labors und unserem Fachwissen.