Dienstag, 12 April 2016

April 2016: Das Ende des Analog-Fernsehens

Der große deutscher Kabelnetzbetreiber Unitymedia schaltet in diesem Monat die ersten Analog-Sender ab. Vorerst wird im Raum Hessen, NRW und Baden-Württemberg reduziert – und zwar von 29 auf 25 Kanäle. Die vollständige Abschaltung des analogen TV-Angebots im Unitymedia-Netz erfolgt dann im Sommer 2017. Eine Ära geht zu Ende! Was bedeutet das für Kabelkunden?

Grundsätzlich können alle Kabelkunden, die über einen Digital-Receiver oder aber einen Flachbildfernseher verfügen, aufatmen. Anders als bei der Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 (ebenfalls 2017) wird sich für Inhaber eines mittlerweile standardisierten DVB-C-Tuners nichts ändern. Denn mit der Abschaltung des Analog-Signals sind Kabelnetzbetreiber keine Avantgardisten, sondern vielmehr Bummelletzter, denn sie dümpeln weit hinter der Konkurrenz, die schon längst beim digitalen Nachfolgestandard (z.B. DVB-S2) angekommen ist. So wurde das analoge Antennenfernsehen bereits 2003 und das analoge Satellitenfernsehen 2012 vom Netz genommen. Die Abschaltung des analogen Kabelfernsehens hat also noch längst nichts mit der Umstellung von DVB-C auf DVB-C2 zu tun, sondern lediglich mit dem flächendeckenden und ausnahmslosen digitalen TV-Angebot aus der Kabeldose (DVB-C: Digital Video Broadcasting – Cable).

DVB-C hinkt der Konkurrenz hinterher

Was ebenjene Kabeldosen anbelangt, so wurde bereits vor Jahren begonnen, die Technik umzustellen. Genauer gesagt vor sage und schreibe achtzehn Jahren! Denn der Standard für das digitale Kabelfernsehen (DVB-C: EN 300 429) wurde schon 1998 vom Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) festgelegt. Das digitale Signal kann also jeder Kabelkunde längst empfangen. Nur wer heute noch das Koaxialkabel in den verstaubten Anschluss eines guten alten Röhrenfernsehers steckt, der schaut spätestens im Juni 2017 im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre.

Doch dieser Anteil der Kabelkunden ist mittlerweile verschwindend gering. Laut Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten waren es im Jahre 2015 immerhin schon 72,5 Prozent aller Kabel-Haushalte, die komplett auf den analogen Empfang verzichteten – Tendenz steigend. Ein Grund mehr, die Digitalisierung im Kabelnetz endlich abzuschließen. Unitymedia (Kabel BW) liegt hier klar im Trend. Wann die anderen Kabelnetzbetreiber (z.B. Kabel Deutschland) nachziehen werden, ist bisher noch nicht bekannt. Allerdings ist ziemlich sicher, dass spätestens 2018 die analoge Verbreitung des TV-Signals generell eingestellt wird.

Woran erkennt man nun das digitale Kabelfernsehen?

Für den Empfang des digitalen TV-Signals via Kabel ist also ein Digital-Receiver oder aber Flachbildfernseher (ab Baujahr 2010) mit entsprechend verbautem Kabeltuner nötig. Diesen erkennt man insbesondere an der Bezeichnung „DVB-C“. Alle modernen Geräte sind seit 2010 damit ausgestattet. Wer bereits über einen Fernseher verfügt, auf dem „DVB-C2“ steht, ist ebenfalls ganz klar auf der sicheren Seite. Und für alle Kabelkunden, die verschlüsselt empfangen (Pay-TV), bleibt erst recht alles beim Alten. Denn sie verfügen ohnehin über einen digitalen HD-Receiver mit entsprechender SmartCard.

Die Free-TV-Sender der Öffentlich-Rechtlichen können übrigens nach wie vor kostenfrei empfangen werden. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie bereits digital empfangen, starten Sie einen Sendersuchlauf. Empfangen Sie Digital-Sender wie Tagesschau24, EinsFestival oder ZDF Neo, dann müssen Sie sich keine Sorgen machen.

Kurzum: Nun könnte man diese Meldung mit einem Gähnen belächeln und sich fragen, was der moderne TV-Nutzer damit eigentlich noch zu schaffen hat. Die Firma BUROSCH hat das analoge Fernsehen seit ihrem Bestehen nunmehr knapp 70 Jahre begleitet. Eine Ära geht zu Ende … und macht Platz für etwas Neues. Seit sechs Jahren steht der Nachfolgestandard DVB-C2 in den Startlöchern und könnte Großartiges bieten. Was dies im Einzelnen ist, lesen Sie hier …


Nützliche Links:

DVB-C2 fit für die Zukunft in Ultra HD und 8K: technische Hintergründe und digitale Aussichten