Freitag, 08 April 2016

DVB-T2 kommt ab 31. Mai 2016: Wer clever ist, wartet noch!

Seit Jahren wird darüber gesprochen, auf der halben Welt ist es bereits Standard … jetzt zieht Deutschland endlich nach und startet am 31. Mai 2016 das Antennenfernsehen der zweiten Generation: DVB-T2 ist da – sogar in Full HD und natürlich besser, aktueller, robuster, komprimierter … und mit einigen Extravaganzen, die man beim Kauf einer neuen Set-Top-Box beachten sollte.

Wer in Aachen, Baden-Baden, Berlin, Braunschweig, Bremen, Düsseldorf, Halle, Hamburg, Hannover, Jena, Kiel, Köln, Leipzig, Lübeck, Magdeburg, München, Nürnberg, Potsdam, Rostock, Saarbrücken,  Schwerin oder aber Stuttgart wohnt, könnte sich ab sofort für den Empfang von DVB-T2 HD interessieren, zumal an den neuen TV-Geräten schon seit einiger Zeit die entsprechenden Tuner verbaut sind. Ende Mai diesen Jahres starten die ersten sechs Sender (ARD, ZDF, ProSieben, RTL, Sat.1 und VOX) ihr hochauflösendes Programm via Antenne – wenn auch vorerst nur in den o.g. Städten sowie Umgebung und auch nur im Testverfahren.

Wie stets zur Einführung einer neuen Fernseh-Spezifikation wird auch in diesem Jahr nicht darauf verzichtet, einen großen Event als Zugpferd zu nutzen. Und was kommt dafür besser in Frage als König Fußball. Wenn am 10. Juni 2016 das ZDF um 21.00 Uhr das EM-Eröffnungsspiel zwischen Frankreich und Rumänien überträgt, könnte der ein oder andere Fußballbegeisterte quasi überall seinen Public-Viewing-Hocker hinstellen, denn das Überallfernsehen ist dann bereits am Netz – entsprechende USB-Sticks inklusive HEVC/H.265 sollten bis dahin auch im Handel sein.

Die gute Nachricht ist, dass zumindest ARD und ZDF ganz klar im Elfmeterraum stehen, während man sich in punkto Empfang der Privatsender noch etwas im Abseits befindet. Warum?

Die Mediengruppen RTL und ProSiebenSat.1 werden zum offiziellen Start im ersten Quartal 2017 ihr Angebot ausschließlich verschlüsselt senden. Das ist zwar mit der kostenpflichtigen Verschlüsselungsplattform Viseo Plus in Halle/Leipzig und Stuttgart schon einmal schief gegangen, aber nun kaufen die Verbraucher Full HD – bleibt also abzuwarten, wie sich die Sache entwickelt. Klar ist jedoch, dass für den Empfang der Privatsender auf eine zusätzliche Entschlüsselung gesetzt wird. Diese könnte (ähnlich wie beim herkömmlichen Pay-TV) über ein CI-Plus-Modul realisiert werden. Da die Privatsender erst ab 2017 verschlüsseln, ist bisher noch nichts näheres bekannt. BUROSCH wird Sie auf dem Laufenden halten. 

Wer heute einen Fernseher oder Receiver besitzt, der einen zertifizierten DVB-T2-Tuner bereits inklusive hat, ist für den Empfang der öffentlich-rechtlichen perfekt gerüstet. Wer Privatfernsehen möchte, muss in jedem Fall nachrüsten. Auch die ersten Set-Top-Boxen (STB) mit DVB-T2-Logo sind bereits auf dem Markt, allerdings haben die wenigsten bereits die CI-Plus-Hardware eingebaut. Bisher sind das im Ganzen zwei Geräte: HUMAX (HD NANO T2/EAN: 8809095667929) und XORO (HRT 8720/EAN: 4260001039560), wobei nur die STB von HUMAX internetfähig ist. Die Deutsche TV-Plattform stellt hierzu auf ihrer Webseite eine Geräteliste zur Verfügung, die in den nächsten Monaten ständig erweitert werden soll.

Wer clever ist, wartet noch!

Nun könnte man also hoch motiviert die nächstbeste Set-Top-Box kaufen, weil man unbedingt der erste sein möchte, der DVB-T2 in Full HD empfängt … oder aber abwarten, bis die Geräte die Kinderkrankheiten überwunden haben und der erste Hype vorüber ist. Wer clever ist, wartet also lieber bis zum Herbst 2016. Dann ist der Massenmarkt bereits erobert, die IFA ist vorbei und die Technik wird erfahrungsgemäß preiswerter. Denn frühestens 2017 wird das alte DVB-T-Signal abgeschaltet. Bleibt also genügend Zeit, sich etwas näher zu informieren.

Und wer es nun gar nicht abwarten kann, der sollte beim Kauf sowohl auf das DVB-T2-HD-Logo als auch auf den entsprechenden Codec (HEVC/H.265) achten. Und grundsätzlich gilt: Mit nicht-zertifizierten Receivern/Tunern (AVC/H.264) ist kein Empfang von deutschem Antennen-TV in HD möglich. Die alte DVB-T-Box kann ohnehin entsorgt werden, da der neue HD-Standard nicht abwärtskompatibel ist. Jedoch können mit den neuen Geräten durchaus die alten Signale empfangen werden. Wer sich also schon 2016 entschließt, eine neue Box mit DVB-T2-Standard (ETSI EN 302 755 V1.3.1) zu kaufen, der kann bis zur Abschaltung 2017 nach wie vor herkömmliches DVB-T empfangen.

Weitere Hintergründe erfahren Sie in unseren Artikeln: 

Zur Fußball-EM geht’s los. Welche Geräte unterstützen deutsches DVB-T2 HD inklusive Codec H.265/HEVC?

DVB-T2 HD/HEVC: Wann? Wie? Wo?