Mail an Frau Braune / Stiftung Warentest

 

Von: Klaus Burosch [Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]
Gesendet: Samstag, 27. Juli 2013 17:54
An: Braune, Jenny
Betreff: test 8-2013 Fernseher - Kritik am Test

Guten Tag Frau Braune !

Der neueste Test über Fernsehgeräte in Ihrer Zeitschrift verursacht nicht nur Verwunderung. Wir zweifeln grundlegend nicht die Qualität von Samsung Geräten an, aber entsprechende Geräte von Mitbewerbern sind mindestens genauso gut. Ihre überdeutliche Lobpreisung an Samsung provoziert uns nachzufragen, ob bereits durch Ihre Auswahl an Testgeräten Ihr „Gold für Samsung“ schon vorher festgelegt wurde. Leider vergleichen Sie extrem unterschiedliche Geräte miteinander.

Bitte um Ihre Stellungnahme zu folgenden Punkten:

Warum vergleichen Sie einen Samsung UE32F6890 für 735.- Euro mit einem Sony KDL-32R420A für 375,- Euro?

Warum vergleichen Sie einen Samsung UE46F7090 für 1730.- Euro mit einem Sony KDL-40R470A für 505,- Euro?

Warum vergleichen Sie einen Samsung UE46F7090 für 1730.- Euro mit einem Panasonic TX-L47ETW60 für 1130,- Euro?

Warum vergleichen Sie ein HDready TV mit einem FullHD Display ?

Diese Zusammenstellung an Testgeräten begründet unseren Zweifel an Ihrer Neutralität. Leider wurde schon in der Vergangenheit so einseitige TV-Tests von Ihnen durchgeführt, wo Plasma mit LCD TVs direkt verglichen wurden. Sie vergleichen doch wirklich auch jetzt wieder „Äpfel mit Birnen“

Begründet durch unsere langjährigen Erfahrung als TV Testlabor fragen wir uns, wie dieser Test zustande gekommen ist ? Bitte senden Sie uns detaillierte Infos zu.

In Ihrer Verantwortung als staatlich geförderte „Stiftung Warentest“ sollten Sie doch eine neutralere Wahl der Testgeräte durchführen bzw. einen objektiven Test machen – im Interesse für Ihre Leser.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Burosch - The TV Image Quality Experts

 

Das Antwortschreiben von Frau Braune / Stiftung Warentest

Sehr geehrter Herr Burosch,

zu Ihrer E-Mail vom 27. Juli 2013, in der Sie einige Fragen zur Produktauswahl und zu von uns durchgeführten Vergleichen haben, möchten wir Ihnen gerne Folgendes mitteilen:

Der Verbraucher, der in Media Märkten, Kaufhäusern (sofern sie überhaupt noch Fernseher verkaufen) oder Discountern TV-Geräte erwerben möchte, sieht sich Geräten aus einem extrem großen Preisbereich gegenüber. Überall stehen billigere Geräte neben teureren, vereinzelt auch noch immer Plasma- neben LCD-Fernsehern und HDready-Geräte neben FullHD-Fernsehern. Wir sehen unsere Aufgabe gerade darin, Produkte aus einem großen Preisbereich vorzustellen und zu testen. Es ist interessant, dass Sie in diesem Zusammenhang nicht thematisieren, dass das auf dem zweiten Platz liegende Gerät bei der 80 cm-Klasse fast nur die Hälfte des Testsiegers kostet. Übrigens gilt ein ähnlich großer Abstand preislich auch in der Klasse 101 bis 119 cm. Wenn Sie also fragen, warum wir preislich auseinanderliegende Modelle prüfen dann deshalb, weil der Verbraucher sich genau diese Frage stellt: Was leisten billigere Geräte im Vergleich zu teuren? Unsere Auswahl geschieht völlig ohne Ansehen der Firma. Die Vermutung, es bestünde eine enge Kopplung zwischen Preis und Qualität, die vielfach geäußert wird und als Argument gegen eine solche breite Preisübersicht genannt wird, ist wie sich an vielen Urteilen zeigen lässt sehr oft unzutreffend. Billige Geräte können vor teuren liegen und teure eben nur im Mittelfeld landen. Vielleicht ist es ja gerade diese nüchterne Erkenntnis, die Aufmerksamkeit auf unsere Tests lenkt.

Mit freundlichen Grüßen

Jenny Braune / Diplomphysikerin / Stiftung Warentest