Leseprobe 13: Video-Features der Zukunft

Seit der Erfindung des Fernsehens hat sich sowohl die Technik als auch das Verhalten der Verbraucher gravierend geändert. Brillante Bilder - hochauflösend, farbgewaltig und superscharf - sind nur einige Merkmale, die nicht mehr nur TV-Bildschirme, sondern auch Computermonitore sowie Tablet- und Smartphone-Displays der Neuzeit auszeichnen. In der Praxis wird hier nicht selten so einiges durcheinander geworfen und führt mitunter deshalb zu diversen Missverständnissen. Beispielsweise die Bildauflösung. 

Umgangssprachlich stellt diese das Maß für die Bildgröße dar, die durch die Gesamtzahl der Bildpunkte (Pixel) angegeben wird. Im physikalischen Sinne bezeichnet die Auflösung die Pixeldichte einer Wiedergabe beziehungsweise Bildabtastung. Neben der Farbtiefe zählt also insbesondere die Bildauflösung als Merkmal für die Qualität von Videomaterial. Insofern spielt die Bildgröße zwar eine tragende Rolle in der heutigen Fernsehtechnik, allerdings ist sie kein Garant für ausgezeichnete Bildqualität. Im Gegenteil! So kann beispielsweise eine sehr kleine Grafik viel hochwertiger sein und riesige Bildschirme wiederum geben ein schlechtes Bild, wenn die Auflösung nicht stimmig ist. Alles in allem zählt im Kontext der Bildauflösung und der Bildformate vor allem eines: Ein Bild kann nur so gut sein, wie seine Wiedergabe es ermöglicht. Deshalb ist vor allem die Wiedergabequalität entscheidend für perfekten und hochauflösenden Fernsehgenuss.

Abbildung 296: Bildschirmauflösungen (www.burosch.de)

 

Da die Bildauflösung immer auch durch die Anzahl der Spalten (Breite und der Bildzeilen (Höhe) gemessen wird, ist das Bildformat in diesem Zusammenhang entscheidend. Und auch wenn mit den neuen Technologien die Probleme, die sich insbesondere aus der Verknüpfung alter (analoger) und neuer (digitaler) Systeme ergeben, bald verschwunden sein werden, soll hier dennoch kurz auf die herkömmlichen Bildformate eingegangen werden, die sich in der folgenden Abbildung wiederfinden.

Abbildung 297: Standards für Bildschirmauflösungen
 

Das Format des Eingangssignals kann nicht immer akkurat wiedergegeben werden, denn das sogenannte Wiedergaberaster ist auf modernen Flachbildschirmen in der Regel fest vorgegeben. Deshalb muss man im Allgemeinen bereits beim sogenannten Skalieren mit Qualitätsverlusten rechnen.  Dass man gestochen scharfe Bilder mit UHD-Technologie nicht auf einem TV-Gerät aus dem Jahre 2001 erkennen kann, leuchtet noch jedem ein. Die Auflösung reduziert sich aber auch und vor allem, wenn beispielsweise HDTV auf einem 4:3-Bildschirm geschaut wird. Grund dafür ist, dass HD ausschließlich das Bildformat 16:9 verwendet und somit bei der Wiedergabe in 4:3 bis zu 25 Prozent der horizontalen Zeilen verloren gehen. Insofern reduziert sich die nutzbare Auflösung und HDTV kommt nicht vollumfänglich zur Geltung.   

Kurzum: Jede Auflösungsänderung wirkt sich negativ auf die Bildqualität aus. Da spielt nicht nur die Pixeldichte als solche, sondern vor allem das Bildformat (Höhe und Breite) eine tragende Rolle. Ausschlaggebend dabei ist nicht zwangsläufig die Bilderstellung, sondern vielmehr die Möglichkeiten der Bildwiedergabe. Deshalb ist es wichtig, die Bildauflösung lediglich an einer Stelle des Signalwegs zu verändern, und zwar bei der Bildwiedergabe.  In diesem Zusammenhang spricht man auch von der nativen Auflösung, die exakt der physikalischen digitalen Auflösung eines Anzeigegerätes entspricht. Wenn beispielsweise ein Film über einen Blu-ray-Player auf dem Fernseher wiedergegeben werden soll, so ist es ratsam, die Bildeinstellungen entweder am TV-Gerät ODER am Blu-ray-Player vorzunehmen, damit im Zweifel nicht zwei Mal die Auflösung skaliert werden muss. Näheres dazu findet sich im Kapitel „Professionelle Bildeinstellungen“ am Ende dieses Buches.

 

Abbildung 298: SD(PAL)-Referenzbild „Dubvronik“ (www.burosch.de)

 

Während bei der Umstellung von SD (Standard Definition) zu HD (High Definition) noch Komplikationen in der Verarbeitung der analogen sowie digitalen Signale auftraten, wird zukünftig bei UHD/4K, HDR, 8K etc. das Umkopieren der Darstellungsformate hoffentlich der Vergangenheit angehören. Basis dafür können jedoch nur die TV-Programmanstalten selbst sein, die sich bestenfalls auf einheitliche Bildformate und Bildabtastvarianten (progressiv oder interlaced) einigen. So könnte die Standardauflösung mit nur 720 x 576 Pixel bald ins kollektive Langzeitgedächtnis wandern, wenn die Fernsehsender das SD-Signal nicht mehr ausstrahlen, sondern ausschließlich in HD senden. Denn erst im Vergleich wird deutlich, wie schlecht das Bild noch vor einigen Jahren standardisiert war (Abbildung 298).

Doch selbst wenn man das bis vor kurzem noch als absoluten Durchbruch gefeierte HDTV mit dem aktuellen 4K-Standard vergleicht, erkennt man schnell die gravierenden Qualitätsunterschiede. 

Abbildung 299: Auflösungsvorteil von HD gegenüber Ultra HD/4K (NVIDIA Corporation)

Ein Grund für die rasante Geschwindigkeit, mit der sich die Bildauflösungen potenzieren, ist natürlich die hohe Nachfrage nach besonders großen TV-Geräten. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine geringe Pixeldichte auf einem riesigen Bildschirm kein scharfes Bild, sondern vielmehr eine Aneinanderreihung von „Klötzchen“ ergibt. Deshalb konnte selbst Full HD mit 1920 x 1080 Pixel lediglich eine Übergangslösung darstellen – vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Format gegenüber Ultra HD nur über ein Viertel der Pixelanzahl pro Fläche verfügt. Gerade bei großen Displayflächen wird der Qualitätsunterschied besonders in den Bilddetails deutlich. 

Und wenn man schon Ultra HD auf seinem Bildschirm zu stehen hat, dann sollte auch tatsächlich Ultra HD ausgegeben werden. Um also das Beste aus dem neuen und sicherlich nicht ganz preiswerten TV-Gerät herausholen zu können, sind auch hier Testbilder äußerst sinnvoll. Als Referenz für die optimale Bilddarstellung eignen sich beispielsweise die Testbilder „Dubrovnik“, die in SD und Full HD zur Verfügung stehen. Die feine Struktur der Dächer ist perfekt dafür geeignet, die unterschiedlichen Display-Technologien deutlich zu visualisieren (Abbildungen 298 und 300).

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass Referenzbilder ausnahmslos um ein Vielfaches besser sein müssen als die Displays, auf denen sie angezeigt werden. Denn wie beim Urmeter oder der Atomuhr dient eine Referenz als exklusiver Bezugswert, nach dem sich alles andere richtet. Deshalb eignet sich noch längst nicht jedes Foto, das mit einer herkömmlichen Digitalkamera aufgenommen wurde, als Referenzbild. BUROSCH verwendet für die Erstellung seiner Referenzbilder höchstauflösendes Video-Equipment und gewährleistet damit Referenz-Qualität auf maximalem Niveau.

Abbildung 300: Full-HD-Referenzbild „Dubvronik“ (www.burosch.de)


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